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Focus on German Studies

In eigener Sache

Was bietet die Schriftenreihe „Auf der Suche nach der verlorenen Zukunft"?

Seit ihrer Gründung 1995 sind 15 Bände erschienen. Ihre Themen reichen von populärwissenschaftlichen theoretischen Untersuchungen wichtiger kultureller, philosophischer, ökonomischer und sozialer Fragen unserer Zeit bis zu Selbstzeugnissen emanzipatorisch engagierter Autorinnen. Themen der Bände umfassen Darstellungen von Utopien und Visionen, die kritisch Bilanz der Leistung vergangener und aktueller emanzipatorischer Bewegungen ziehen.

Allgemeintheoretische philosophische, wirtschaftswissenschaftliche, historische, soziologische und kulturhistorische Übersichtsdarstellungen bieten die Bände

1: über Emanzipationsbewegungen der Vergangenheit und aktuelle emanzipatorische Überlegungen,

2: Wie ist das menschliche Subjekt konstituiert, wovon wird es geprägt und motiviert; wie wird es zu einer/m gesellschaftlichen Handlungsträger/in),

3: über die weltweiten Flüchtlings- und Migrationsbewegungen,

4: über Gesellschaftsutopien und das Verhältnis von Utopie und Wirklichkeit,

6: ein Nachweis der Aktualität von Hannah Arndts politische Theorie für die soziologische und politologische Diskussion unserer Tage,

8: über das emanzipatorische Wesen der Arbeit,

10: über einen alternativen Arbeitsbegriff,

11: über Menschenrechte speziell für Frauen,

12: über Technikkritik und ökologischer Umgang mit der Natur.

Die übrigen Bände setzen sich

- mit der ambivalenten Situation der DDR-Frauen im allgemeinen und am Beispiel der Theaterfrauen im besonderen (Bd.5), in deren Ansprüchen "als ganzer Mensch zu leben" Spuren gelebter Utopie zu finden sind.,

- mit der westdeutschen Frauenbewegung (Bd.9),

- mit der Transformation einer Ostdeutschen zur Bundesbürgerin (Bd.13),

- mit alternativen, nicht profitorientierten Formen des Wirtschaften, bei denen, meist in nachbarschaftlichen Zusammenhängen, in nichtpatriarchaler Arbeitsteilung Selbstversorgung zur Bedürfnisbefriedigung der Beteiligten angestrebt wird (Bd.7),

- mit Lebensbildern europäischer Frauen im 20. Jahrhundert (Bd.14) und \

- mit Sinnlichkeit und Sinneswandel (Bd.15, erscheint Herbst 2001)
auseinander.

Die Bibliographie aller bisher erschienenen Bände befindet sich in www.trafoberlin.de/Katalog/Schriftenreihe „Auf der Suche nach der verlorenen Zukunft".

Was war und ist das einigende Band, das diese Themenvielfalt zusammenhält? Es geht bei aller Buntheit der Themen und Genres immer um die aktuellen Probleme unserer Zeit, um die Zukunft der menschlichen Gattung. Unserer Meinung nach wird diese mit bestimmt von der Rolle, die Macht und Gegenmacht, Herrschaftsdiskurs und systemkritische, widerständige oder subversive emanzipatorische Traditionen und Denkweisen in der Gesellschaft spielen; eine wesentliche Bedeutung hat die weitere Entwicklung der Produktionsweise. Ohne Akteure und Akteurinnen kann es keine gesellschaftliche Veränderung geben, die Bedingungen zu ermitteln und darzustellen, unter denen solche AkteurInnen sich entwickeln können, ist daher von großer Wichtigkeit.

Ein bisschen Geschichte

Eine interdisziplinär zusammengesetzte Gruppe ostdeutscher WissenschaftlerInnen, die sich seit 1985 mit der Problematik Rasse-Klasse-Geschlecht auseinandersetzte und der sich nach 1991 westdeutsche KollegInnen hinzugesellten, entwickelte in kritischer Auseinandersetzung mit der entsprechenden Literatur neue, übergreifende Fragestellungen. Gestützt auf jeweils langjährige Lehr- und Forschungserfahrungen auf den Gebieten der Ökonomie, Philosophie, Soziologie, Psychologie oder Philologie versuchten die Gruppenmitglieder, die Fragen zu formulieren, die sich ihnen im Ergebnis des Zusammenbruch des einen Gesellschaftssystems und der aktuellen globalen Veränderungen des übrig gebliebenen stellen. Ihre Überlegungen wollen sie nicht voreilig als endgültige Wahrheiten betrachten, sondern als weiter zu denkende Perspektiven zur Diskussion stellen.

In kritischer Auseinandersetzung miteinander entwickelte die Gruppe 1994 das Konzept der Schriftenreihe "Auf der Suche nach der verlorenen Zukunft", bildete sich zu einem Beirat um und fand im trafoverlag dr. wolfgang weist berlin einen verständnisvollen und kooperativen Verleger.

In die bisher erschienenen Bände gingen die konkreten Erfahrungen und Schlussfolgerungen der ostdeutschen AutorInnen aus dem Scheitern des realsozialistischen Versuchs ebenso ein wie die auf einer ganz andersartigen Sozialisation beruhenden Sichtweisen auf gesellschaftsrelevante Problemstellungen der westdeutschen. Dass wir unsere Differenz anerkennen und bewusst nutzen hat sich als eine Bereicherung für die Zusammenarbeit zwischen AutorInnen, Beirat, Herausgeberin und Verlag erwiesen und uns dabei geholfen, das im Sinne einer menschenfreundlicheren Gesellschaft Zukunftsträchtige in Vergangenheit und Gegenwart wahrzunehmen und zur Diskussion zu stellen.
Schriftenreihe „Auf der Suche nach der verlorenen Zukunft", Hrsg. Hanna Behrend, trafoverlag dr. wolfgang weist, Berlin
Hanna Behrend/Anneliese Braun/Hans Wagner: „Emanzipation = menschliche Selbstveränderung?", Bd.1, Berlin 1995
Hartmut Krauss:"Das umkämpfte Subjekt. Widerspruchsverarbeitung im modernen Kapitalismus", Bd. 2, Berlin 1996
Daniela Weber: „Verfolgung – Vertreibung – Überleben: Frauen in den Weltfluchtbewegungen", Bd.3, Berlin 1995
Hanna Behrend/Isolde Neubert-Köpsel/Stefan Lieske: „Rückblick aus dem Jahr 2000. Was haben Gesellschaftsutopien uns gebracht?", Bd.4, Berlin 1997

Eva Kaufmann/Ursula Schröter/Renate Ullrich: „’Als ganzer Mensch leben’. Lebensansprüche ostdeutscher Frauen, Bd.5, Berlin 1997

Roland W. Schindler: "Rationalität zur Stunde Null – Mit Hannah Arendt auf dem Weg ins 21. Jahrhundert", Bd. 6, Berlin 1999

Carola Möller u.a. : „Wirtschaften für das ‘gemeine Eigene’. Handbuch zum gemeinwesenorientierten Wirtschaften", Bd.7, Berlin1997

Anneliese Braun: „Arbeit ohne Emanzipation und Emanzipation ohne Arbeit", Bd.8, Berlin 1999

Gisela Gassen: „‚ Morgen beginne ich ein neues Leben’. Mein Weg in die Frauenbewegung", Bd.9, Berlin 1999

Brigitte Bleibaum u.a.: „Die Arbeit als Menschenrecht im 21. Jahrhundert", Bd.10, Berlin 2000

Ute Klammer/Sabine Plonz (Hrsg.): „Menschenrechte auch für Frauen?!", Br.11, Berlin1999

Margit Stolzenburg (hrsg.): „Europäische Frauen blicken auf ihr Jahrhundert", Bd.12, Berlin 2000

Elviera Thiedemann: „Die Eleganz der Eseltreiber. Tagebuch Januar 1991 bis Dezember 1993", Bd.13, Berlin 2000

Hanna Behrend/Peter Döge: „Nachhaltigkeit als politische Ökologie", Bd.14, Berlin 2000

Vorankündigungen
:
Gisela Engel (Hrsg.): „Sinneslust und Sinneswandel: Zur Geschichte der Sinnlichkeit", Bd. 15, Berlin 2001

Karin Aleksander: „Frauen und Geschlechterverhältnisse in der DDR und in den neuen Bundesländern. Bibliographie 1989-1999", Bd.16, Berlin 2001

Gisela Notz: „Gemeinsam wirtschaften und zusammen leben – die Kommune", Bd.17, Berlin 2001

Weitere Vorhaben (Arbeitstitel)

Rita Pawlowski/Samirah Kenawi: „Briefe an den UFV. Die Briefschreiber heute"

Petra Drauschke: „Alleinerziehende Frauen und Männer. Bewältigungsstrategien"

Dagmar Semmelmann: „Vertriebene – Flüchtlinge – Umsiedler in der DDR"

Irina Hundt: „Bisher unbekannte Briefe der Louise Otto-Peters und ihre Geschichte"

Hannah Lund: „Emanzipation im Salon? ein gesellschaftliches Experiment im
18.Jahrhundert"

Anna Pelkner: „Geschichte des Zentrums für interdisziplinäre Frauenforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin"

 






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